Virgin Mary

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by Maurizio De Paola

Maurizio Paola
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Marienbildnisse gehören zu den am heissesten diskutierten und kontroversesten themen der bildenden kunst. ihre symbolik und ihr Erscheinungsbild haben Jahrhunderte hindurch teils auch gewalttätige kontraste verursacht und noch heute ist die Debatte offen und heftig.

Es sei vorausgestellt, dass die Tätowierung unter allen Künsten die freizügigsten Darstellungen der Madonna aufweist, was deshalb erwähnenswert ist, weil im Laufe der Jahrhunderte selbst kleinste Details der Darstellung Gegenstand ausartender Diskussionen und präziser Dogmen waren.

Man kann zweifelsohne behaupten, dass jedes Mal, wenn ein Künstler die Jesusmutter Maria (aus dem aramäischen Maryam, Prinzessin) darstellen wollte, er es - auch unterbewusst - mit enorm wichtigen philosophischen, religiösen oder politischen Entscheidungen zu tun hatte.

Warum? Weil die Madonna eine jener Persönlichkeiten darstellt, die in gewisser Hinsicht in der christlichen (und islamischen) Theologie „unbequem" sind und den Engeln gleich verschiedene Probleme bei der Einordnung in die himmlische Hierarchie und der Kohärenz mit der Doktrin bereitet hat. Aufgrund dieser Tatsache wird klar, dass selbst ihre Darstellung eine Reihe von Entscheidungen mit sich führt, die nicht übersehen werden können. Zusätzlich stellt sich die extrem kontroverse Frage der Mariaerscheinungen und ihrer Verehrung und symbolischen Bedeutung, ein Thema, das in theologischen Kreisen seit Jahrhunderten zu endlosen Debatten und Widersprüchen geführt hat.

Um die Bedeutung der Symbolik Marias zu verstehen ist zu berücksichtigen, dass sie bereits vor der Verbreitung des Christentums in zahlreichen Regionen des Römischen Reiches und im Nahen Osten erwähnt wird. Zahlreiche Gelehrte sind der Auffassung, dass Maria eine klassische theologische Überlagerung darstellt, ein religiöser Synkretismus, der eine bestehende Figur in die neue Doktrin übernommen hat. Dass es sich dabei um keine Nebenfigur handelt, belegt ihre Verehrung bis in das alte Ägypten zurück, als die Göttin Isis sämtliche Eigenschaften der antiken Göttinnen der Fruchtbarkeit, Familie und Erde zusammenfasst und auf eine Weise dargestellt wird, die sehr den späteren Mariendarstellungen gleicht, vor allem hinsichtlich der Mutter-Sohn-Beziehung: Jesus/ Maria und Horos/Isis (Iside Lactans).

Im kaiserlichen Rom des 1. und 2. Jahrhunderts nach Christi nimmt der Kult der Kybele eine fundamentale Form an, die Göttermutter der Erde und der Auferstehung, ein aus dem Orient importierter Kult, der in der heidni-

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sehen Mythologie vor die Geburt der anderen Götter gesetzt wird, angefangen bei Zeus.

Die Behauptung des Christentums führt zu großen theoretischen Problemen, daher die Überlappung mit Maria und die Notwendigkeit, diese für die Volksreligiosität so wichtigen Figuren in dem neuen Glauben zu „absorbieren". Maria besitzt in den synoptischen Evangelien der Apostel Mathias, Lukas und Markus kein präzises Erscheinungsbild und wird auch in Ursprung und Abstammung eher vage beschrieben. Einer antiken byzantinischen Legende zufolge hat Lukas vor seinem Tod drei Portraits der Madonna angefertigt, die anschließend verloren gingen, von denen aber zahlreiche Kopien angefertigt worden sind, die heute noch die Basis aller „offiziellen" Marienbildnisse darstellen. Diese drei figurativen Ur-typen sind unter den Namen Hodegetria, Eleousa und Bla-cherniotissa bekannt. Die Hodegetria (die den Weg weist) ist angeblich das erste dieser Portraits und stellt Maria auf das Jesuskind weisend dar. Die Eleousa (die barmherzige Jungfrau) ist die Darstellung von Maria mit Kind im Arm, die mit ihm Gesten und Zärtlichkeiten austauscht, während die Blacherniotissa (die Betende) ein Bildnis von Maria alleine ist, die mit beiden Armen in mystischer Haltung nach oben weist. Dieses Bildnis befindet sich in der Kirche der Chal-koprateia in Konstantinopel. Von diesen Bildnissen stammen weitere ab, wie die Basilissa, die sehr der triumphierenden Königin Kybele ähnelt, die Galaktotrophousa (stillende Jungfrau) und die Kardio-tissa, die am Leib Jesu trauernde Maria.

Im Mittelalter und vor allem im Byzantinischen Reich findet

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Ursachen der so genannten Bilderstürmerei, einer gewalttätigen religiösen Bewegung im gesamten 8. Jahrhundert, die endgültig die römische Kirche von der byzantinischen (orthodoxen) Kirche trennt. 726 n. Chr. von Kaiser Leo III ausgehend, führt der Bildersturm zur Zerstörung unzähliger Kunstwerke, die angeblich als Götzen für das von den Mönchen beeinflusste abergläubische Volk dienten.

Die Frage der Mariadarstellung bleibt jedenfalls heikel und reich an Konflikten, bis ein (vorübergehendes) Siegel durch Bernard von Clairveax gesetzt wird, der 1U0 das Werk De Laudibus Virginis Matris verfasst, in dem rigoros die der Jungfrau zugesprochenen Attribute aufgelistet werden, nach denen sich sämtliche künstlerische Darstellungsformen zu richten hatten. Diese Attribute sind wie folgt: die Freuden der jungfräulichen Mutterschaft, die Schmerzen des Mitleids, das Aufeinandertreffen von Mutter und Sohn in Glorie, die Vermittlerrolle und die Zartheit der barmherzigen Mutter, die Weihe zu Diensten Gottes und ihre Tugenden der Keuschheit und Nächstenliebe.

Zur gleichen Zeit behauptet sich wieder das Dogma der „fortwährenden Jungfräulichkeit" Marias und das von Mariä Himmelfahrt, also die Tatsache, dass sie ohne zu sterben in das Paradies eintreten durfte. Diese Dogmen schlossen jeden Dialog mit den damaligen Doktrinen aus, die von den Brüdern Jesus (insbesondere Jakob) und der Sterblichkeit des Körpers sprachen. Dies sind Details, die die Konzeption der christlichen Botschaft beeinflussen und die für die ketzerischen Bewegungen des Mittelalters essenziellen Wert besaßen. Im Islam verursacht die Präsenz Marias und ihre Darstellung weniger Probleme, da der muslimische Glaube die Darstellung von Votivbildern untersagt und Jesus als einfacher Prophet Gottes und nicht als dessen Sohn betrachtet wird.

Jedenfalls basieren die Darstellungen in ihrem Charakter noch heute den Vorgaben von Bernard de Clairveaux: betende Hände, in den Himmel oder nach unten gerichteter Blick, jugendliches Erscheinungsbild (auch wenn Lukas sie nur in fortgeschrittenem Alter portraitiert haben konnte) und der mit einem Schleier bedeckte Kopf. Mit der Zeit haben sich neue Attribute behauptet, wie die zwölf Sterne auf dem Umhang und die goldene Krone auf dem Kopf, aber diese Eigenschaften wurden nicht ohne Polemiken eingeführt, da sie Bezug auf heidnische Götzenbilder nahmen. Hinsichtlich der Sterne auf dem Umhang findet man einen theologischen Ursprung in der Offenbarung von Johannes: „Ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine mit Sonne bekleidete Frau, mit dem Mond unter den Füßen und einer Krone mit zwölf Sternen auf dem Kopf." (Ap. 12,1). Dass es sich um zwölf Sterne handelt, wird dies als eine Bezugnahme auf die zwölf Apostel interpretiert aber nicht weni-

die Basilissa die meiste Verbreitung. Im Konzil von Ephesos (431 n. Chr.) wurde festgelegt, dass die triumphierende Jungfrau dem ästhetischen Kanon der Verkündung durch Erzengel Gabriel entspricht, wobei den Vorgaben des so genannten Vorevangeliums von Jakob gefolgt wird (später von der katholischen Kirche aberkannt). Das Bild verschmilzt immer mehr mit dem der heidnischen Kybele oder gar der Siegesgöttin Nike, die zur Schutzpatronin des byzantinischen Heeres ernannt wird. Diese „Heidnisierung" der Madonna gehört zu den

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Andy, Andy's Tattoo Studio, Kitzingen, Germany ge Gelehrte sind der Auffassung, dass es sich um ein Symbol der zwölf Sternzeichen handelt. ;Ab der Renaissance wurden die goldene Krone und das Zepter (die in älteren Darstellungen häufig von Erzengel Gabriel überreicht wurden) als offensichtlicher Versuch immer öfter durch eine leuchtende Aura oder Blumengirlanden ersetzt, um die Vision von Maria als alternative „Gottheit" zur offiziellen Religion zu entkräften.

Die Frage der Mariendarstellung ist heute lebendiger denn je und gesamte Bibliotheken wurden zu diesem Thema verfasst, da es sich um eine der bedeutendsten, wenn nicht sogar am weitesten verbreiteten künstlerischen Darstellungen aller Zeiten handelt. Ihre symbolische Bedeutung ist derart wichtig, dass die kirchlichen Autoritäten (vor allem katholisch, aber auch orthodox und anglikanisch) jene Marienerscheinungen nur sehr widerwillig anerkennen, die von der durch Bernard von Clairveaux vorgegebenen Darstellungsweise abweichen, weshalb diesbezüglich weltweit in fast allen Marienwallfahrtsorten eine konstante und Jahrhunderte alte Kontrolle herrscht.

Es ist kein Zufall, dass ein Buch, wie der Da Vinci Code von Dan Brown soviel Aufsehen erregt hat, weil es eine alternative und in gewisser Weise ketzerische Vision des uralten Prinzips der „heiligen Weiblichkeit" bietet, in der Maria die christliche Verklärung darstellt.

Aber auch hier weisen uns Ausnahmen, wie die so genannte schwarze Madonna darauf hin, dass wir es mit Symbolen zu tun haben, deren wahrhaftige

Kenntnis weit entfernt liegt und die durchaus noch so manches Geheimnis verbergen.

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